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Florence Welch: Unsere Bande ist nicht austauschbar
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NEWS - Florence Welch: Unsere Bande ist nicht austauschbar

28.11.2009

Samstag 28. November 2009, 14:51 Uhr --

London (dpa) - Amy Winehouse war aus musikalischer Sicht kein Einzelfall: Soul hat die britische Musikszene erfasst. Eine Horde junger Damen mit einer rauen Kindheit begibt sich auf das Parkett sanfter Klänge.

Die Londoner Combo Florence + the Machine spielt sich unter anderem mit einer Harfe in die Herzen ihrer Zuhörer - und der Kritiker. Die Band war Favorit für den begehrten Mercury-Musikpreis für das beste britische Album des Jahres. Der Preis ging aber an die schwarze Rapperin Speech Debelle. Frontfrau Florence Welch (23) spricht über die neue Szene.

Warum gibt es gerade so viele junge Britinnen, die zum Soul strömen?

Welch: «Wir sind gleich alt und in der gleichen jungenfreien Szene groß geworden, als Musik vor allem männerdominiert und einseitig war. Wir sind nicht austauschbar, das ist das Aufregende in unserer Bande. Jeder hat einen anderen, vielfältigen Stil. Es geht nicht darum, dass wir Mädels sind, sondern dass wir erstaunlich gute Musik machen. Wir sind eben Frauen, wir brauchen keinen Wettbewerb. Von uns gibt es noch viel, viel mehr.»

Wie sind Sie zum Soul gekommen?

Welch: «Ich habe erst Punkmusik gemacht, bevor ich was Gutes produzierte, wie so viele im Londoner Süden. Ich machte viel schlechte Musik. Die Ideen dafür zog ich aus meiner Vorstellungskraft. Ich hatte mich versteckt, war ganz schön ängstlich. Ich hatte keinen Freund. Vor zwei Jahren wurde ich erwachsen und zog mich in ein kleines Zimmer zurück und machte Musik mit allem, was ich da fand.»

Sie schreiben die besten Lieder, wenn Sie betrunken sind, haben Sie mal gesagt. Die Vielfältigkeit des neuen Albums «Lungs» lässt auf viele verschiedene Trunkenheitsphasen schließen. Mit welchen Drinks klappt das Texten besonders gut?

Welch: «Mit Mojitos. Tequila ist der Teufel! In London lebt man so ein gewaltiges Tempo. Einerseits zerstört Alkohol was, aber er schafft auch etwas Neues. Da muss man sehr aufpassen und das im Gleichgewicht halten. "Cosmic Love" hab ich geschrieben, als ich den schlimmsten Kater meines Lebens hatte. Ich brauchte was, um ihn zu lindern, und hab plötzlich angefangen dieses Lied zu schreiben. In zehn Minuten war es fertig. Aber: Ich würde niemandem raten, für das Songschreiben zur Flasche zu greifen. Zurzeit trinke ich nicht. Ich muss auf mich und meine Stimme aufpassen.»

Warum trinken englische Mädchen so viel Alkohol?

Welch: «Das hat was Entspannendes. In England gibt es einen krassen Gegensatz zwischen Arbeit und Freizeit, wenn man die Sau rauslässt. Das gab's aber schon immer, zum Beispiel mit den Gin-Typen, vor allem im "Swinging London" mit seinem aufregenden Nachtleben.»

Tourdaten: Hamburg (5.10.), Köln (6.10.), Berlin (12.10.) und München (15.10.).)

www.florenceandthemachine.net

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