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Lydia Hase berichtet: Die heißesten News zu den Stars der Stunde!

NEWS - Deutsches Jazzfestival startete mit Wüstentrip

30.10.2009

Freitag 30. Oktober 2009, 13:55 Uhr --

Frankfurt/Main (dpa) ­ Wer die Wüste mit Stille und Meditation verbindet, hat die Rechnung ohne Joachim Kühn gemacht. Der Jazz- Piano-Virtuose bescherte dem Publikum beim Auftaktabend des 40. Deutschen Jazzfestivals in Frankfurt am Donnerstagabend einen lauten und wilden musikalischen Wüstentrip.

Seine spannungsgeladene Begegnung mit der hr-Bigband unter dem Motto «Out of the Desert» (aus der Wüste) war eines von drei sehr unterschiedlichen Konzerten des Eröffnungsabends im seit langem ausverkauften hr-Sendesaal. «Woodstock Vibes» (Woodstock-Stimmung) ist der thematische Schwerpunkt des Jubiläumsfestivals, als Instrument steht das Saxofon im Mittelpunkt.

Die Wüste, die sich Joachim Kühn musikalisch erdachte und in eigene Arrangements packte, lebt. Sein selbst ernannter «Wüstenjazz» wurde zum wüsten Jazz, bei dem es an allen Ecken und Enden brodelte und vibrierte. Der Avantgardist und seine Mitstreiter jazzten atemlos und raubten den Zuhörern den Atem. Dafür sorgten neben dem Meister an den Tasten und der in Kooperationen unterschiedlichster Art erprobten hr-Bigband auch die fantastischen solistischen Reisebegleiter. Der Marokkaner Majid Bekkas erzeugte eine einzigartig betörende Stimmung mit seinem Gesang und mystischen Instrumenten seines Heimatlandes wie Oud und Guembri. Der Spanier Ramon Lopez machte den ungestümen Wüstenzauber am Schlagzeug perfekt.

Das fast halbstündige Abschlussstück des umjubelten Auftritts der Musiker geriet zu einem Kraftakt. Vorübergehend hatte zwar doch mal Sinnlichkeit und Ruhe Platz gefunden, das Finale mündete aber in einem einzigen fantastischen Krach. Ruhiger, aber nicht weniger kraftvoll, ließen es beim letzten Konzert des rund fünfstündigen kurzweiligen Abends der Saxofonist Joe Lovano und seine neunköpfige «Nonet»-Gruppe angehen, die Miles Davis legendäres Album «Birth of Cool» huldigten und die Musik 60 Jahre nach Veröffentlichung immer noch spannend und in jedem Fall cool klingen ließen. Großen Beifall erntete auch die junge Frankfurter Karma Jazz Group um die aus der Ukraine stammende Pianistin Natalya Kamarzin, die den Abend eröffnet hatte.

Nach einer Begegnung der Saxofonisten David Liebman und Ellery Eskelin sowie Auftritten der Gruppe Kaspar Ewalds Exorbitantes Kabinett und Anthony Braxtons Diamond Curtain Wall Trio am Festival- Freitag (30.10.) steht der Abschluss-Samstag (31.10.) unter dem Motto «Woodstock Vibes». Der Mythos des legendären Festivals, das sich in diesem Jahr zum 40. Mal jährte, soll jazzig wiederbelebt werden. Außer Aldo Romanos Flower Power Trio werden das World Saxophone Quartett mit der Musik von Jimi Hendrix auftreten - und zum Finale David Sanborn, der mit der hr-Bigband Carlos Santanas Musik interpretiert.

Das Jazzfestival strengt sich zu seinem 40. Geburtstag an, auch künftig frisch und beliebt zu bleiben. So findet in diesem Jahr erstmals eine After-Show-Party mit DJs des angesagten Hamburger Mojo- Clubs statt. Eine weitere Neuerung ist am Sonntagvormittag (1. November) ein «Kinderkonzert im Super-Mario- Land», das eine «Computerband» bestreitet.

www.hr-online.de

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